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Wie entsteht ein Screendesign?

Kennst du das Gefühl, wenn du eine App öffnest und alles sofort funktioniert? Die Navigation ist intuitiv, die Buttons genau da, wo du sie erwartest. Dieses Gefühl kommt nicht von ungefähr – es ist das Ergebnis eines durchdachten Screendesign-Prozesses. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick hinter die Kulissen und zeigen dir, wie aus einer Idee ein funktionelles und visuell ansprechendes Design wird.
Von der Idee zum perfekten Interface in sieben Schritten
- Anforderungen verstehen: Ein gutes Briefing als Grundlage
- Struktur mit Sitemaps und Wireframe: Das grundlegende Gerüst
- Recherche und Inspiration: Analyse bestehender Lösungen
- Kreative Konzeptentwicklung: Definition der visuellen Ausrichtung
- Gestaltung und Designsystem: Konsistenz durch Komponenten
- Prototyping und Testing: Test vor der Entwicklung
- Übergabe an die Entwicklung: Sicherstellung der pixel-perfekten Umsetzung
Dieser Leitfaden zeigt dir den Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Screendesign – mit praktischen Tipps für alle, die verstehen wollen, was hinter intuitiven digitalen Oberflächen steckt.
Schritt 1: Anforderungen verstehen

Am Anfang jedes erfolgreichen Screendesigns steht das Verständnis der Anforderungen. Dieser Schritt ist entscheidend, da er die Basis für alle Designentscheidungen legt. In enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und unserem Team werden in den ersten Gesprächen alle relevanten Informationen gesammelt. Durch gezielte Fragen und eine intensive Analyse der Bedürfnisse des Auftraggebers wird sichergestellt, dass alle Aspekte des Projekts von Anfang an klar sind.
Wichtige Fragen in dieser Phase sind:
- Wer ist die Zielgruppe?
- Was ist das Ziel der Anwendung?
- Welche Funktionen und Inhalte sollen integriert werden?
- Gibt es bestimmte Designvorgaben (z. B. Branding, Farben, Logos)?
Das Ergebnis dieser ersten Phase ist ein klares Briefing, das alle Antworten auf diese Fragen umfasst. Dieses Briefing dient als Grundlage für die nächsten Schritte im Designprozess, da es die Vision und Anforderungen des Projektes dokumentiert. Ein gut erstelltes Briefing verhindert Missverständnisse, stellt sicher, dass alle Beteiligten auf derselben Seite sind, und bildet die Grundlage für eine zielgerichtete und effektive Designarbeit.
Schritt 2: Struktur mit Sitemaps und Wireframe

Jetzt wird es konkret: Eine Sitemap ist eine visuelle Darstellung, die das grundlegende Gerüst eines Projekts oder einer Anwendung skizziert. Oft auch als Seitenschema oder Bildschirmplan bezeichnet, veranschaulicht es die Beziehungen und die Anordnung der einzelnen Elemente. Gemeinsam mit dem Kunden wird die Seitenstruktur erarbeitet, um zu definieren, welcher Inhalt auf welcher Seite an welcher Stelle platziert werden soll.

Wireframing ist ein grundlegender Schritt im Designprozess. Besonders bei der Definition der Nutzererfahrung wird es genutzt, um Ideen für das Layout und die Struktur (den Inhalt) zu entwickeln. Dabei liegt hier der Fokus auf Funktionalitäten und Interaktionen mit einzelnen Elementen und hilft bei komplexen Abläufen den Überblick über alle Funktionen zu behalten.
Warum Wireframes wichtig sind:
- Layout testen: Wo kommen die Buttons, Texte, Kategorien/Tags oder Bilder hin?
- Komplexe Funktionen: Mit Wireframes kann man zeigen, wie bestimmte Module funktionieren oder sich verhalten sollen. Es schafft ein besseres Verständnis der Interaktion der verschiedenen Module.
- Nutzerfluss planen: Wie bewegt sich die Zielgruppe durch über die Benutzeroberfläche?
- Fehler früh erkennen: Änderungen im Wireframe sind weniger aufwendig und dadurch günstiger als später im fertigen Design.
Schritt 3: Recherche und Inspiration

In der Recherchephase analysieren Designer bestehende Lösungen, sammeln Inspiration und zeigen so bewährte Vorgehensweisen. Dies können Beispiele von Mitbewerbern, aktuelle Designtrends oder Referenzen aus anderen Branchen sein.
Die gesammelten Beispiele werden nicht einfach kopiert, sondern als Ausgangspunkt für die eigene Kreativität genutzt. Diese Phase bildet die Brücke zwischen vorhandenen Lösungen und dem individuellen Charakter des Projekts. Durch die Kombination der besten Ansätze mit innovativen Ideen entsteht ein Design, das sowohl funktional als auch ästhetisch überzeugt.
Ein durchdachter Rechercheprozess spart später Zeit und hilft, unnötige Fehler zu vermeiden, indem er frühzeitig Klarheit über die Designrichtung schafft.
Dabei stehen folgende Fragen im Fokus:
- Was macht bestehende Lösungen erfolgreich?
- Welche Lücken oder Verbesserungsmöglichkeiten gibt es?
- Wie können wir uns abheben?
- Welche Designtrends sind relevant?
- Was sind die Erwartungen und Bedürfnisse der Zielgruppe?
Schritt 4: Kreative Konzeptentwicklung

Bevor die eigentliche Designarbeit beginnt, steht die Festlegung der visuellen Ausrichtung im Fokus. Dabei spielen Moodboards eine zentrale Rolle. Ein Moodboard ist eine visuelle Collage, die verschiedene Elemente wie Bilder, Farben, Schriftarten, Texturen und andere Gestaltungselemente kombiniert, um eine bestimmte Stimmung oder Stilrichtung zu vermitteln. Es dient als Inspirationsquelle und Leitfaden für das Designteam und ermöglicht, eine gemeinsame visuelle Sprache mit dem Kunden zu entwickeln. Daher ist es wichtig, von Anfang an zu wissen, welche Botschaften oder Emotionen vermittelt werden sollen.
Typische Elemente eines Moodboards:
- Farbschemata: Farbpaletten, die die gewünschte Stimmung und Ästhetik vermitteln.
- Schriftarten: Typografie, die den Stil und den Ton des Designs unterstützen.
- Bilder/Animationen: Fotografien, Illustrationen oder Collagen, die visuelle Ankerpunkte setzen.
- Texturen und Muster: Materialien oder grafische Muster zur Vermittlung von Haptik und Stimmung.
- Inspirationen: Zitate, Schlüsselwörter oder Beispiele aus anderen Designs.
- Grafische Elemente: Piktogramme (Icons), Linien, Formen oder andere Designelemente.
Ein gut gestaltetes Moodboard ist der Grundstein für ein erfolgreiches Design, indem es kreative Ideen kanalisiert und sicherstellt, dass alle Beteiligten dasselbe visuelle Ziel vor Augen haben.
Schritt 5: Gestaltung und Designsystem

Sobald die Wireframes und das Designkonzept freigegeben wurden, beginnt die eigentliche Gestaltungsphase, in der die zuvor definierten Strukturen und Layouts visuell ausgearbeitet werden. Dabei werden die Wireframes durch den Einsatz von Farben, Schriftarten, Bildern, Piktogramme, Texturen und weiteren Designelementen zum Leben erweckt. Ziel ist es, ein ästhetisch ansprechendes und funktionales Design zu schaffen, das die Markenidentität widerspiegelt und die Benutzererfahrung optimiert.
In dieser Phase wird ein Designsystem entwickelt, welches aus wiederverwendbaren Komponenten wie Buttons, Navigationsleisten und Formularen besteht. Dieses System sorgt für Konsistenz und erleichtert die Umsetzung sowie spätere Anpassungen.
Dabei liegt der Teufel im Detail: Schatten, Abstände, Übergänge und Mikroanimationen werden angepasst, um dem Design den letzten Schliff zu verleihen. Diese Feinheiten tragen wesentlich zur Benutzerfreundlichkeit und Professionalität bei.
Wichtige Aspekte dabei sind:
- Farbpalette: Farben sollten die Markenidentität unterstützen und gleichzeitig zugänglich sein.
- Typografie: Schriftarten müssen lesbar sein und zum Gesamtdesign passen.
- Icons und Bilder: Sie sollten klar und ansprechend und inhaltlich unterstützend sein.
Schritt 6: Prototyping und Testing

Ein Prototyp ist eine klickbare und interaktive Version des Screendesigns, die Nutzenden die Möglichkeit gibt, durch Seiten zu navigieren und grundlegende Funktionen zu testen. Er simuliert das Endprodukt, ohne dass der vollständige Code entwickelt werden muss.
Ein Screendesign ist nur dann erfolgreich, wenn es die Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität gewährleistet, die von den Nutzenden erwartet werden. Daher spielt Prototyping eine entscheidende Rolle im Designprozess. Mit interaktiven Prototypen wird das Design in einer realitätsnahen Umgebung getestet, bevor es in die Entwicklung geht. Dies hilft, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben, was Zeit und Ressourcen spart.
Ziele des Prototypings
- Feedback von Nutzern und allen, die am Projekt beteiligt sind, einholen
- Probleme frühzeitig zu erkennen
- Interaktionen und Nutzerflüsse zu optimieren
Schritt 7: Übergabe an die Entwicklung – Design-to-Code

Sobald das Screendesign finalisiert wurde und alle Details abgestimmt sind, geht es in die nächste Phase: Die Übergabe an das Entwicklungsteam. In dieser Phase wird das Design in tatsächlichen Code umgewandelt und das Projekt nimmt seine endgültige Form an. Damit das Design exakt so umgesetzt wird, wie es geplant wurde – also auf das Pixel genau – sind klare Spezifikationen und eine präzise Dokumentation der Designentscheidungen unerlässlich.
Die Design-zu-Code-Übergabe ist ein kritischer Schritt, da hier die visuelle Gestaltung mit den technischen Anforderungen der Programmierung zusammengeführt wird. Alle Designelemente, von Farben über Schriftarten bis hin zu Abständen und Bildgrössen müssen genau spezifiziert werden, damit sie ohne Abweichungen in der fertigen Anwendung erscheinen. Auch die Interaktionen und Animationen, die im Prototypen getestet wurden, müssen nun im Code korrekt umgesetzt werden.
Eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Designern und Entwicklern ist während dieses Übergabeprozesses unumgänglich. Designer müssen sicherstellen, dass ihre Entwürfe in einem Format vorliegen, das leicht in Code umgewandelt werden kann. Hierbei spielen Tools wie Figma, Sketch oder Adobe XD eine wichtige Rolle, da sie Entwicklern die Möglichkeit bieten, direkt auf Designelemente zuzugreifen und genaue Informationen über Masse, Farbcodes, Schriftarten und Layouts zu erhalten.
Was zählt:
- Pixel-Perfection: Alle Abstände, Grössen und Farben müssen stimmen.
- Responsives Design: Der Screen muss auf allen Geräten – vom Smartphone bis zum Desktop – funktionieren.
- Korrekte Umsetzung: Die Funktionen und Interaktionen sollten wie geplant arbeiten.
- Konsistenz: Reduzierung aufs Wesentliche
Fazit: Screendesign ist ein iterativer Prozess und Teamarbeit
Ein Screendesign durchläuft zahlreiche Phasen, die es von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt begleiten. Der Schlüssel liegt darin, Kundenwünsche, Bedürfnisse der Nutzenden, technische Anforderungen und kreative Visionen miteinander zu vereinen. Die Grundlage liegt in der Zusammenarbeit und dem Verständnis, dass gutes Design nicht nur ästhetisch ist, sondern auch immer die Bedürfnisse der Nutzenden im Blick behält.
Ob Designer, Entwickler oder neugierige Entdecker: Mit dem richtigen Prozess wird aus einer Idee ein einzigartiges Screendesign. Starte jetzt dein nächstes Projekt – wir unterstützen dich dabei!